Angewandte Geowissenschaften M.Sc.

 

Steckbrief

Eckdaten

Abschluss:
Master of Science
Studienbeginn:
Wintersemester (empfohlen), Sommersemester
Regelstudienzeit:
4 Semester
ECTS-Punkte:
120Mehr Informationen

Was ist damit gemeint?

ECTS sind Leistungspunkte, die den Arbeitsaufwand im Studium messen.

Sprache:
Englisch und Deutsch

Zugangsvoraussetzungen

  • 1. Hochschulabschluss, fachliche Vorbildung gem. PO Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Ein anerkannter erster Hochschulabschluss, durch den die fachliche Vorbildung für den Masterstudiengang nachgewiesen wird. Die für ein erfolgreiches Studium erforderlichen Kenntnisse sind in der jeweiligen Prüfungsordnung (PO) festgelegt.

  • Sprachkenntnisse in Englisch und Deutsch Mehr Informationen

    Was ist damit gemeint?

    Zur Einschreibung in diesen Studiengang muessen Sie Kenntnisse in allen Unterrichtssprachen nachweisen. Details regelt die Pruefungsordnung.

Zulassung für Erstsemester

frei
kein NC

Zulassung höhere Semester

frei
kein NC

Termine und Fristen

 

Die Geowissenschaften leisten einen wichtigen Beitrag für die nachhaltige Nutzung der Ressourcen der Erde, also der Gesteine, Mineralien und Erze, von Erdöl und Erdgas, Wasser und geothermischer Energie und sie beteiligen sich bei der Nutzung des unterirdischen Raumes als Baugrund und Bauraum. Ihr weites Aufgabenfeld umfasst:

  • die Aufsuchung und Gewinnung sowohl fossiler als auch regenerativer Energieträger wie Erdöl, Erdgas, Kohle sowie Erdwärme im tiefen Untergrund,
  • die Untersuchung der Entstehung und Struktur von Minerallagerstätten,
  • die Erforschung der Struktur und Eigenschaften von Mineralen für die Herstellung neuer Materialien,
  • die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Baugrund und Bauwerk,
  • die Vorhersage von Bergstürzen und Gesteinsverformung, zum Beispiel im Zuge großer Tunnel- und Staudammbauten,
  • die Erschließung und nachhaltige Nutzung von Grundwasser,
  • die Analyse geodynamischer Prozesse, die unter anderem zu starken Erdbeben führen,
  • die Bestimmung der Verformung von Gesteinen infolge der gewaltigen Kräfte im Erdinnern.

Sie bringen darüber hinaus ihr Wissen über lang- und kurzfristige Veränderungen in den Schutz unserer Natur und einen nachhaltigen Umgang mit den Rohstoffen der Erde ein. Der Erhalt von Grundwasserreserven, die Sicherung menschlicher Lebensräume und die Wiederherstellung natürlicher Gleichgewichte stellen immer wichtiger werdende Arbeitsfelder der Geowissenschaften dar.

Die Lösung der geowissenschaftlichen Aufgaben verlangt nach quantifizierenden Methoden und der Erstellung von Modellen für die zukunftsgerichtete Voraussage, zum Beispiel von Lagerstätten, Grundwasservorkommen, Erdbebenrisiken und Materialverformungen. Die Angewandten Geowissenschaften sind somit eine quantitative Naturwissenschaft mit vielen Schnittstellen zu den Ingenieurwissenschaften.

Charakteristika des Aachener Studienganges

Die Aachener Geowissenschaften bieten eine einmalige Kombination von Ingenieurgeologie und Hydrogeologie mit Geophysik als Schwerpunkt an. Sie sind darüber hinaus ein führender Standort für Lagerstättenlehre sowohl hinsichtlich von Energierohstoffen als auch von mineralischen Rohstoffen. Eine weitere Schwerpunktbildung ist auf zukunftsträchtige und angewandte Aufgaben im Bereich der Mineralogie und Kristallographie bezogen. Das spezifische Aachener Wissensprofil bereitet Absolventinnen und Absolventen in hohem Maße auf die beruflichen Anforderungen vor.

Abgrenzung zu benachbarten Studiengängen

Dieser Studiengang nutzt Grundlagen der Physik, Mathematik und Chemie und baut darauf einen naturwissenschaftlich orientierten, geowissenschaftlichen Studiengang auf. Im Gegensatz zum Studium des Georessourcenmanagement und der Angewandten Geographie werden im Studium Angewandte Geowissenschaften vertiefende Kenntnisse über den Aufbau, die Dynamik und den Chemismus der Erde sowie chemische, physikalische und mathematische Methoden zur Lösung von komplexen, geowissenschaftlichen Aufgaben vermittelt.

Auf der Seite der Fachgruppe finden Sie weitere Informationen zum Studiengang.

 

Studienverlauf

Die Qualifizierung der Studierenden zielt auf die Erlangung von Kompetenz in der Nutzung geowissenschaftlichen Systemverständnisses für gesellschaftliche Zukunftsaufgaben, aufbauend auf einer starken Basis chemischen, mathematischen und physikalischen Wissens. Der Studiengang verbindet durch seine Pflichtmodule die verschiedenen Disziplinen der Geologie, Geochemie, Geophysik, Mineralogie und Kristallographie. Wahlvertiefungen ermöglichen auf dieser Basis eine weitergehende, berufsqualifizierende Spezialisierung in einem der Geobereiche.

Im Masterstudiengang werden die drei Fachrichtungen des Bachelorstudiengangs Geowissenschaften vertieft:

Vertiefungsrichtungen Schwerpunkte
Geoingenieurwissenschaften Grundwassermodellierung, Quantitative Ingenieurgeologie, Geothermie, Hydrogeophysik, Umweltgeotechnik und Geophysikalische Exploration
Energy and Mineral Resources Beckenmodellierungen, Karbonatsedimentologie, Diagenese, Geomechanik, Geochemie, Minerallagerstätten, Petrologie, Petrophysik, seismische Interpretation und Sequenzstratigraphie
Applied Mineralogy and Crystallography Kristallographie, Grenzflächenmineralogie und Materialwissenschaften

 

Voraussetzungen

Voraussetzung für die Studienaufnahme ist ein erster Hochschulabschluss. Die geforderte fachliche Vorbildung ist in der Prüfungsordnung formuliert. Die Feststellung, dass die Zugangsvoraussetzungen erfüllt sind, trifft der Prüfungsausschuss.

Detaillierte Informationen zu den Voraussetzungen bietet die Webseite der Fachgruppe.

 

Berufsperspektiven

Die Berufsfelder sind sehr zahlreich und die Berufschancen werden aufgrund der Anwendungsorientierung und der quantitativen Ausrichtung des Studiums als hoch eingeschätzt. Angewandte Geowissenschaftlerinnen und Geowissenschaftler sind in folgenden Branchen im In- und Ausland tätig:

  • Rohstoffgewinnende und -verarbeitende Industrie
  • Umweltschutz
  • Tief- und Hochbau, insbesondere Tunnelbau, Staudammbau, Gründungsmaßnahmen großer Bauwerke
  • Deponietechnik
  • neue Materialien, wie beispielsweise Feuerfestmaterialien, Funktionswerkstoffe, Keramik, Glas
  • Kristallzüchtung
  • Grundwassererschließung und -schutz
  • Softwarebranche
  • Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Analysegeräten
  • Staatliche Ämter, Landesbehörden sowie kommunale Einrichtungen
  • Forschungsinstitute und Universitäten
  • Museen
 

Prüfungsordnung

Regelungen, die grundsätzlich für alle Bachelor- und Masterstudiengänge gelten, sowie detaillierte Angaben zum Nachweis der geforderten Sprachkenntnisse finden sich in der Übergreifenden Prüfungsordnung der RWTH. Prüfungsordnungen werden aufgrund ihrer Rechtsverbindlichkeit nur in deutscher Sprache veröffentlicht.

Die fachspezifische Prüfungsordnung regelt rechtsverbindlich Studienziele, Studienvoraussetzungen, Studienablauf und Prüfungen. Sie enthält in ihrem Anhang die Beschreibung der Module, aus denen sich der Studiengang zusammensetzt.

 

Fachgruppe und Fakultäten

Der Masterstudiengang Angewandte Geowissenschaften wird angeboten von der Fachgruppe für Geowissenschaften und Geographie in der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik.