Ersti-Eindrücke

 

Studienstart während der Pandemie

Die Erstsemester-Studierenden hatten es nicht leicht dieses Jahr: Zuerst abgesagte Abiturfeiern und Auslandsaufenthalte und dann noch der Studienstart in einer neuen Stadt und vor allem ohne direkten Kontakt zu den Mitstudierenden. Seit Oktober finden sämtliche Lehrveranstaltung online statt - auch die Ersti-Woche, in der die Erstis normalerweise ihre Kommilitonen und Kommilitoninnen das erste Mal kennenlernen. Cécile, Jonas, Jaqueline, Paula erzählen darüber, wie sie zu den Geo-Studiengängen gekommen sind, wie sie die Ersti-Woche erlebt haben und was sie aus der Online-Lehre mitnehmen.

 

Jaqueline - Schon immer interessiert an Natur und Nachhaltigkeit

Jaqueline Urheberrecht: © J. Schlüper

Mehr zu tun als in der Schule

Ihre ersten Eindrücke des Studiengangs waren zum einen, dass der Studiengang Georessourcenmanagement (GRM) im ersten Semester schon mit vielen Fächern auf die Studierenden wartet. Zum anderen, dass es sich schnell zeigt, welche Fächer man interessant findet und welche einem nicht so gut gefallen.
Jacqueline hat auch schnell den Kontrast zur Schule bemerkt, da man viel mehr zu tun hat aber auch mehr machen kann. Es wird von einem verlangt sich alles selbst einzuteilen und man ist selber dafür verantwortlich was man lernt und was nicht.

Ihr Interesse bezüglich Nachhaltigkeit ist schon seit der Schulzeit vorhanden. Nach etwas Recherche hat sich dann herausgestellt, dass Georessourcenmanagement zu ihr passt. Aachen und die RWTH sind es dann geworden, da sie vom guten Ruf der RWTH gehört hat. Außerdem studieren Bekannte von ihr bereits an der RWTH.

Aller Anfang ist schwer

Der Pandemie ist geschuldet das Jacquelines erstes Semester komplett digital abgelaufen ist. Bei ihr läuft es gut, nur ist auch sie ab und an demotiviert allein nur vorm Computer zu sitzen.
Trotz allem hat sie es geschafft Kontakt mit ihren Kommilitonen aufzubauen. Die von der Fachschaft geplante Online Ersti-Woche und zahlreiche Spieleabende haben geholfen. Es wurden einige Lerngruppen gegründet. Es wird das beste aus der aktuellen Situation gemacht.

Spaß am Thema - trotz Corona

Für Jacqueline kam es unerwartet, dass sie mit ihrem Schulwissen nicht so viel anfangen könnte, wie gedacht und dass mehr Lernstoff in kurzer Zeit gelehrt wird. Ihr haben die Fächer mit nahem Bezug zum System Erde und der Natur am meisten Spaß gemacht z.B. Klimatologie und Allgemeine Geologie.

Jacqueline erhofft sich das bald die Lehre im Präsenz wieder möglich ist und freut sich auf den Persönlichen Austausch. Außerdem ist sie gut auf die kommenden Semester vorbereitet, da sie jetzt eine Vorstellung hat wie die Fächer gelehrt werden.

Sie wünscht sich Spaß und Erfolg für ihr weiteres Studium.

 

Jonas - Endlich lernen, was einen wirklich interessiert

Jonas am Meer Urheberrecht: © J. Klyne

Was waren deine ersten Eindrücke von dem Studiengang?
Sehr interessante Inhalte und ein angenehmes Spektrum an Themen, trotz der zu Anfang überwältigenden Ballung an Wissen.

Wie bist du auf den Studiengang gekommen? Und warum hast du dich für Aachen entschieden?
Hauptsächlich durch Internetrecherche und Erzählungen anderer.Für Aachen habe ich mich entscheiden, weil mir die Universität und die Stadt sehr sympathisch und lebendig vorkamen.

Bist du direkt nach dem Abitur nach Aachen gekommen?
Nein, ich hatte noch Zeit ein Auslandsjahr dazwischen zu schieben.

Erlebst du die Uni als starken Kontrast zur Schule?
Nein, es ist kein starker Kontrast, weil die Vorlesungen (im 1.Semester) ähnlich wie der Unterricht an Schulen getaktet sind. Der Unterschied besteht vor allem in dem "Möchten" und weniger "Müssen", also mit verstärkter Eigenmotivation.

Wie kommst du mit dem Digitalunterricht zurecht?
Größtenteils sehr gut, obwohl in einigen Bereichen die Praxiserfahrung und der direkte Austausch mit den Professoren und mehreren Kommilitonen fehlt. Manchmal haben die abrufbaren Videos aber auch Vorteile, wie zum Beispiel das Pausieren oder die zeitliche Unabhängigkeit.

Konntest du trotz des Online-Semesters Kontakt zu Kommilitonen aufbauen?
Ja, das ist in Form von Lerngruppen und mit etwas Engagement gut möglich.

Was hat dir besonders viel Spaß gemacht?
Das Üben in Lerngruppen.

Was hättest du nicht so erwartet?
Wie kurz ein Semester doch ist!

Fühlst du dich gut auf die nächsten Semester vorbereitet?
Ehrlich gesagt, fällt es mir schwer das zu beurteilen, aber ich habe keine Panik ins zweite Semester einzusteigen.

Was erhoffst du dir für die kommenden Semester?
Vor allem die Annäherung an den "normalen" (Corona entlasteten) Lehrbetrieb mit Exkursionen!

 

Cécile - Positiv überrascht von den Studienfächern

Cécile bei ihrem Hobby Urheberrecht: © C. Bourgoignie

Cécile hat im Wintersemester 2020/21 ihren Bachelor in Georessourcenmanagement angefangen und ist dafür aus ihrer Heimat Siegen nach Aachen gezogen. Über Internetrecherche unter dem Stichwort Geowissenschaften hat sie nach der Schule nach einem passenden Studiengang gesucht. Zuerst war sie unsicher, ob es Georessourcenmanagement (GRM) oder Angewandte Geowissenschaften (AGW) sein soll, jedoch hat sie am Ende überzeugt, wie breit das GRM-Studium mit Rechts- und BWL-Modulen aufgestellt ist.

Spaßiger Start ins Studium

Auf die Frage, was ihr bis jetzt im Studium besonders gefällt, spricht sie sofort die Erstiwoche an. Diese hat durch die Corona-Einschränkungen online stattfinden müssen. Cécile findet, dass man trotzdem einen super Einstieg hatte. Es wurden verschiedene Quizze angeboten, durch die man schon einen Eindruck in die Themen aus den ersten Semestern bekommen konnte. Auch das Erstsemester-Mentorium hat ihr gut gefallen, vor allem weil man jederzeit Fragen stellen konnte und Tipps bekommen hat. Das hat alles etwas einfacher gemacht, genau wie der Kontakt zu den Studierenden aus höheren Semestern, was sie vorher nicht so erwartet hätte.

Der Digitalunterricht hat Cécile positiv überrascht. Natürlich würde es in Präsenz mehr Spaß machen, aber wenn alle die Kamera angeschaltet haben und die Gruppen vor allem in den Übungen klein sind, lernt man seine Kommilitonen und Kommilitoninnen auch so ganz gut kennen. Besonders hat ihr zu Beginn geholfen, wenn es aus den Kleingruppen ein Feedback gab und man sich austauschen konnte. Auch generell gesehen hat ihr der Studienstart besser gefallen als sie vermutet hätte. Schon die Einführungsveranstaltung mit der Fachstudienberatung direkt zu Beginn der Erstiwoche hat ihr Interesse geweckt.

Kleine Hürden und Hindernisse

Natürlich fällt ihr trotz allem nicht jedes Modul leicht. Vor allem die naturwissenschaftlichen Grundlagen brauchen am Anfang viel Aufmerksamkeit. „Darum musste ich mich die ersten 4 oder 5 Wochen gefühlt rund um die Uhr kümmern“, aber auch Mineralogie war zuerst ein Hindernis, da sie vorher keinen Bezug zu dem Thema hatte. Man muss sich erst zurechtfinden, vor allem weil es viel mehr Input gibt als in der Schule. Dafür ist Cécile von den Modulen Klimatologie, Erdgeschichte und Allgemeine Geologie positiv überrascht. Auch die geringe Anzahl an Studierenden ist in ihren Augen ein Pluspunkt. Man lernt alle schneller kennen und kann sich gegenseitig helfen. Zudem findet sie es gut, dass man über E-Mail viele Erinnerungen für Termine und Infos über Neuerungen bekommt. So ist man immer auf dem neusten Stand.

Abschalten in der Freizeit

Bevor Cécile ihr Studium begonnen hat, war sie für 3 Monate in Dublin bei einer Gastfamilie. Hier in Aachen würde sie gerne den Unisport oder das Filmstudio der Uni ausprobieren, sobald das wieder möglich ist. Momentan ist das Reiten und Fahrradfahren ihr mentaler Ausgleich zum Studienalltag. Für sie ist es auch super direkt in Waldnähe zu wohnen. Dort kann sie abschalten, wenn sie mal eine Pause braucht.

Für die Zukunft und vor allem das nächste Semester wünscht sich Cécile, dass sie das Gelernte in den Exkursionen anwenden kann und mehr praktische Arbeit möglich ist, soweit die Regelungen dies erlauben. Am meisten freut sie sich darauf, ihre Kommilitonen dann auch mal richtig kennen zu lernen, fern ab von Bildschirm und dem Schreibtisch zuhause.

 

Paula: Vom Praktikum im Geoforschungszentrum in die Geowissenschaften

Paula am Meer Urheberrecht: © P. Schopp

Wie bist du auf den Studiengang gekommen?
Nach dem Abi habe ich verschiedene freiwillige Praktika gemacht, da ich nicht wusste in welchem Bereich ich später gerne arbeiten würde oder welcher Themenbereich mich genau interessiert. Auf den Studiengang Geowissenschaften wurde ich während meines Praktikums beim Geoforschungszentrum Potsdam aufmerksam. Die Forschungsprojekte zu verschiedensten aktuellen Themen faszinierten mich. Auch das wissenschaftliche Arbeiten im Labor hat mir sehr zugesagt.

Was macht dir an Geologie und am Studium Spaß?
​Ich glaube, dass ich durch das Onlinesemester viele Fächer nicht so gut kennenlernen konnte, da in mehreren Übungen der praktische Teil entfallen ist. Eigentlich gibt es kein Fach, an dem ich keinen Spaß habe. Von den Grundlagenfächern mag ich Chemie. Ansonsten finde ich Allgemeine Geologie und das Thema Symmetrie im Fach Kristallographie sehr interessant.

Was hast du so nicht erwartet?
Ich hätte nicht erwartet, dass man so viele verschiedene Kurse im ersten Semester haben würde, aber da hätte ich mich auch besser informieren können.

Wie gut funktioniert der Digitale Unterricht und wie findest du ihn selbst?
Für mich funktioniert der Onlineunterricht gut. Ich mag es, dass man es sich selbst einteilen kann, wo und wann man Vorlesungen schaut. Für Übungen finde ich es jedoch sehr schade, dass diese nur online stattfinden und man sich Gesteine etc. nicht genauer anschauen kann. Für die Zukunft könnte ich mir auch ein gemischtes Lehrsystem von Online- und Präsenzunterricht vorstellen.

Wie viele andere Studierende kennst du gut, mit wie vielen hast du dich schon digital oder real treffen können?
Ich finde es sehr schwer, über Zoom andere Studierende kennenzulernen. Mittlerweile habe ich zwei Kommilitonen kennengelernt, mit denen ich mich auch regelmäßig treffe. Außerdem finde ich es schade, dass man sich nicht mit anderen Studenten und Studentinnen austauschen kann.