Die Fakultät

 

150 Jahre Fakultät 5, Georessourcen und Materialtechnik

Earth Systems Interactions, Sustainable Resource Development, Advanced Circular Economy und Material Science and Engineering for a Better Life – das sind die Forschungsthemen, mit denen sich die Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik heute beschäftigt. Ein weiter Weg, den eine der ältesten Fakultäten der RWTH Aachen in den letzten 150 Jahren erfolgreich zurückgelegt hat.

  Bergbaugebäude Urheberrecht: Fakultät 5

1870 gehörte die Fakultät für Hüttenwesen zu den Gründungsfakultäten der „Königlich Rheinisch-Westphälischen Polytechnischen Schule“ zu Aachen. 1880 folgte die Erweiterung zur „Abteilung für Bergbau- und Hüttenkunde und für Chemie“, in einer Zeit also, in der sich die Rohstoffgewinnung der Aachener Region im Zenit befand. Von Rohstoffknappheit und ökologischer Verträglichkeit, von Nachhaltigkeit und Recycling war damals noch nicht die Rede. Im Laufe der Jahrzehnte nahm die Fakultät immer wieder Anpassungen an die neuesten Entwicklungen und Anforderungen in Forschung und Lehre vor. Diese Weiterentwicklung zeigt sich schon in den Namensänderungen – 1940/41 gab es die Umbenennung in „Fakultät für Bergbau und Hüttenkunde“, 1986 die Erweiterung zu „Fakultät für Bergbau, Hüttenkunde und Geowissenschaften“. 2004 wurde schließlich die aktuelle Bezeichnung „Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik“ eingeführt.

 

Georessourcen wie Energierohstoffe, metallische und mineralische Rohstoffe, Wasser, Boden und untertägiger Raum bildeten und bilden auch heute entscheidende Lebensgrundlagen der Gesellschaften und ihrer Ökonomien. Die Quelle unseres Wohlstands besteht in nahezu unbegrenzter Verfügbarkeit von Rohstoffen und Energie - und einem sehr guten Wissensstand darüber, wie damit in industriellen Produktionsprozessen und in der privaten Nutzung zu verfahren ist. Die Menschheit steht vor der Herausforderung, eine sozialverträgliche, umweltverträgliche und wirtschaftliche Gewinnung und Versorgung mit Energie, Rohstoffen und Produkten für alle zu erreichen. Die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahre wirft immer neue Fragen zu Aspekten wie Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz und Umweltverträglichkeit auf. Dies umfasst auch die nachhaltige und umweltverträgliche Produktion von Werkstoffen wie Metalle, Glas und Keramik und deren Nutzung in Produkten. Hochleistungswerkstoffe für vielfältige Anwendungen zum Beispiel für Mobilität, Energie und Medizin spielen dabei jetzt und in Zukunft eine tragende Rolle.

  Menschen in einem VR-Modell Urheberrecht: Peter Winandy

Dieser zunehmenden Komplexität der Anforderungen begegnet die Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik durch die breite Vernetzung mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen weltweit, Wissens- und Technologietransfer, aber auch durch Internationalisierung und Digitalisierung in der Lehre. Die rasanten Entwicklungen in einer hochtechnisierten und vernetzten Welt verlangen hochqualifizierte Ingenieure, die industrienahe Forschung betreiben und somit verwertbare Innovationsimpulse setzen können. Die Studierenden profitieren von einer praxisnahen Ausbildung, in die die aktuellen technischen wie auch gesellschaftlichen Fragen über eine vielschichtige Forschungs- und Entwicklungsarbeit einfließen. Der Einsatz digitaler Methoden wie Virtual Reality, Augmented Reality, Trainingssimulatoren und Serious Games gehören ebenso dazu wie englischsprachige Masterstudiengänge oder länderübergreifende Studienprogramme, die gemeinsam mit verschiedenen anderen europäischen Universitäten durchgeführt werden und den Studierenden exzellente Karrierechancen eröffnen.

Heute setzt sich die Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik aus den drei Fachgruppen „Geographie und Geowissenschaften“, „Rohstoffe und Entsorgungstechnik“ und „Materialwissenschaften und Werkstofftechnik“ zusammen. Mit ihrem gemeinsamen ingenieurwissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Know-how deckt die Fakultät in einem multidisziplinären Ansatz die Bereiche Georessourcen sowie Rohstoff- und Werkstofftechnologien ab. Durch diese breite thematische Aufstellung und die daraus entstehende fachliche Vielfalt ist die Fakultät in Forschung und Lehre gut aufgestellt für die zukünftigen Herausforderungen und Chancen.