Beschreibung des Studiengangs

 

Mit dem naturwissenschaftlichen Studiengang Georessourcenmanagement wurde eine in Deutschland einzigartige Ausbildung mit starkem interdisziplinären Charakter geschaffen. Zu den naturwissenschaftlichen Inhalten des Studiums (Mathematik, Physik, Chemie, Geologie, Mineralogie) werden betriebswirtschaftliche, gesellschaftswissenschaftliche und rechtswissenschaftliche Inhalte vermittelt, so dass erstmals Naturwissenchaftler/innen ausgebildet werden, die mit ihren Fachkenntnissen die Schnittstellen zwischen Juristen, Politikern, Betriebswirten, etc. ausfüllen können.

Der Begriff Georessourcen umfasst alle Ressourcen, die der modernen menschlichen Gesellschaft als Lebensgrundlage dienen und deren umfängliche Nutzung mit einem Eingriff des Menschen in das System Erde verbunden ist. Hierzu zählen insbesondere Rohstoffe (Wasser, Boden, mineralische Rohstoffe, Energierohstoffe, Geothermie) und Nutzungsräume (Wohnen, Landwirtschaft, Industrie/Wirtschaft, Verkehr, Deponierung) sowie im weiteren Sinne auch Klima und Atmosphäre.

Die sinnvolle, nachhaltige Nutzung der Georessourcen zum Vorteil der Menschheit erfordert ein Management auf der Basis von Regeln und Erfahrungen. Dieses Management umfasst auch die Berücksichtigung und Eingrenzung möglicher Folgen unvermeidbarer Naturkatastrophen (Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Tsunamis) in dicht besiedelten Regionen sowie der Eingriffe des Menschen in das System Erde (Umwelt- und Klimaveränderungen). Rohstofferschließung und -erhalt einerseits und Sicherung menschlicher Lebensräume sowie Wiederherstellung natürlicher Gleichgewichte andererseits sind Arbeitsfelder der Geowissenschaften, die zunehmend an Bedeutung gewinnen und entscheidende Beiträge für die Zukunft der Menschheit leisten können.

Die Komplexität und Vielschichtigkeit der damit verbundenen Fragestellungen verlangt nach vernetzten Lösungsansätzen und einer Kombination der Sachkenntnisse aus Geowissenschaften und anderen wissenschaftlich-technischen Bereichen. Deshalb ist dieser Studiengang interdisziplinär ausgerichtet. Er basiert auf einer engen Kooperation der klassischen Geowissenschaften mit der Wirtschaftsgeographie/Geographie und der Rohstoff- und Entsorgungstechnik, wobei wichtige Inhalte der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie des Bauingenieurwesens einfließen.

Der Masterstudiengang Georessourcenmangement mit den Vertiefungsrichtungen "Rohstoffmanagement" und "Umweltmanagement" und der Masterstudiengang Angewandte Geowissenschaften mit den Vertiefungsrichtungen "Energy & Mineral Resources" (in Englisch), "Geomaterials" (in Englisch) und "Geophysik-Hydrogeologie-Ingenieurgeologie" (in Deutsch) bauen als nicht-konsekutive Studiengänge auf einem Bachelorstudium der angewandten Geowissenschaften bzw. Georessourcenmanagement auf. Zudem bietet die Fachgruppe einen internationalen Masterstudiengang "Applied Geophysics" (in Englisch) an, der an der RWTH Aachen, TU Delft und ETH Zürich absolviert wird.