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Geographie

(B.Sc. Angewandte Geographie, B.A. Geographie, M.Sc. Angewandte Geographie, M.Sc. Wirtschaftsgeographie)

Vorbemerkung

Die Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik und die Philosophische Fakultät werden bereits zum Wintersemester 2005/2006 die Bologna-Vereinbarungen, die eine internationale Vergleichbarkeit von Studiengängen innerhalb Europas anstreben, umsetzen und Bachelor-Studiengänge anbieten. Die Geographie an der RWTH ist mit Studienangeboten in beiden Fakultäten vertreten. Die rasche Umsetzung der Bologna-Vereinbarungen hat zur Folge, dass evtl. in einigen Details im Sinne einer Anpassung an internationale Normen noch einzelne Veränderungen vorgenommen werden müssen, doch zeigt die folgende Übersicht, wie die Grundstrukturen der neuen Studiengänge, einschließlich der auf den Bachelor-Studiengängen aufbauenden Masterstudiengänge, aussehen werden. In Kürze werden noch ausführlichere Informationen hinzukommen. Weiterhin ist es wahrscheinlich, dass in Zukunft der Kanon der wählbaren Nebenfächer erweitert wird.

Womit beschäftigen sich Geographinnen und Geographen?

Die Geographie befasst sich mit der Erdoberfläche in ihrer räumlichen Differenzierung und den menschlichen Aktivitäten in ihrer physischen und sozialen Umwelt. Sie erfasst und erklärt die Faktoren und Prozesse, die die Struktur und Dynamik natürlicher, ökonomischer und sozialer, raumbezogener Systeme bestimmen. Diese Phänomene und Prozesse werden sowohl individuell als auch synthetisch analysiert, d.h. in ihrem Zusammenhang als Komponenten von Mensch-Umwelt-Systemen mit komplexen Wechselwirkungen. Die Physische Geographie konzentriert sich dabei vornehmlich auf naturwissenschaftliche Forschungsansätze und -methoden, die Anthropogeographie arbeitet aus einer wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Perspektive heraus.

Geographie in Aachen

Am Geographischen Institut der RWTH Aachen werden in den Bachelor- und Masterstudiengängen zum einen die zentralen Grundlagen einer modernen geographischen Ausbildung vermittelt. Zum anderen ist eine Schwerpunktsetzung innerhalb des B.Sc. Angewandte Geographie sowie mit der Wahl des sich anschließenden M.Sc.-Studienganges Angewandte Geographie oder Wirtschaftsgeographie möglich. Ferner bietet der Bachelor in der Philosophischen Fakultät in Verbindung mit einem weiteren sozialwissenschaftlichen oder ökonomischen Fach eine stärker gesellschaftswissenschaftliche Orientierungsmöglichkeit.

Zu den Grundlagen einer wissenschaftlichen und zugleich berufsbezogenen Ausbildung zählen:

in der Physischen Geographie:
  • Analyse der abiotischen (geoökologischen) Strukturen und Funktionen von Landschaften und Stoffflüsse in Ökosystemen unterschiedlicher Dimension,
  • Analyse der rezenten und vorzeitlichen Formen und Prozesse der Erdoberfläche und in Böden, natürliche oder naturnahe Gewässer und ihre Entwicklungspotentiale,
  • die Analyse von Stadt- und Regionalklima,
  • Auswirkungen von Klimavariabilität auf Wirtschaft und Umwelt.
in der Kulturgeographie (Bevölkerungs- und Stadtgeographie):
  • menschliche Handlungsweisen vor dem Hintergrund kulturspezifischer Werte, Normen und Ideale,
  • innerhalb der Bevölkerungsgeographie die räumlichen Verteilungen und Strukturen der Bevölkerung die Komponenten und Ursachen des demographischen Wandels und der Migration sowie ihre Folgewirkungen für Städte und Regionen,
  • innerhalb der Stadtgeographie urbane Strukturen und Prozesse unter dem Einfluss von kulturellen, sozioökonomischen, demographischen und politisch-planerischen Bedingungen, in lokaler, regionaler und globaler Perspektive.
in der Wirtschaftsgeographie:
  • Strukturen und Funktionen von Wirtschaftsräumen, ihren wirtschaftlichen Potentialen und den Möglichkeiten ihrer Inwertsetzung,
  • Beurteilung von Standorten industrieller und agrarischer Produktion sowie von Dienstleistungen,
  • zum Wandel und der Dynamik von Wirtschaftsräumen als Auswirkung technischer Entwicklung und politischer Einflussnahme.
in der methodischen Ausbildung:
  • kartographische Darstellungsmethoden und geostatistische Verfahren,
  • geographische Informationsverarbeitung (GIS),
  • Methoden der geowissenschaftlichen Fernerkundung,
  • Visualisierung und Präsentation von geographischen Sachverhalten und Prozessen,
  • Erhebung und Auswertung von empirischen Daten im Rahmen von Projektstudien und Geländepraktika.
Darüber hinaus bietet der naturwissenschaftliche und technisch-ingenieurwissenschaftliche Schwerpunkt der RWTH durch ein breit gefächertes Angebot an Nebenfächern Möglichkeiten der Spezialisierung, die an anderen Hochschulen in dieser Art nicht zur Verfügung stehen.

Studienziele

Das Studium soll schwerpunktmäßig Kompetenzen vermitteln, die naturwissenschaftlich-technische sowie sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse auf den Raumzusammenhang hin anwendbar machen. Damit sollen die Studierenden befähigt werden, auf verschiedenen fachlichen wie räumlichen Ebenen Qualifikationen zu erlangen, die sowohl wissenschaftlichen als auch praxisbezogenen Anforderungen entsprechen. Im Vordergrund steht dabei eine hohe Interdisziplinarität als Voraussetzung für eine komplexe Problemwahrnehmung.

Abschlüsse

Konsekutives Studienangebot mit Bachelor- und Master-Studiengängen. Bachelor-Studiengang Angewandte Geographie mit dem Abschluss Bachelor of Science (B.Sc.) oder Studienfach Geographie als eines von zwei Fächern im Studiengang Bachelor of Arts (B.A.) der Philosophischen Fakultät. Master-Studiengänge voraussichtlich ab WS 2008/09, wahlweise Angewandte Geographie bzw. Wirtschaftsgeographie mit dem Abschluss Master of Science (M.Sc.).

Regelstudienzeit und Studienbeginn

  • 6 Semester bis zum B.Sc. bzw. B.A.
  • weitere 4 Semester bis zum M.Sc.
Studienbeginn ist jeweils im Wintersemester.

Aufbau des Bachelorstudiums

Im ersten Jahr des Bachelorstudiums werden die fachlichen Grundlagen der gesamten Geographie (und eines Nebenfachs) vermittelt; ergänzend finden erste Geländeübungen und Exkursionen statt. Im zweiten Studienjahr liegt der Schwerpunkt auf methodischen Grundlagen (v.a. im B.Sc.). Im dritten Studienjahr bestehen erste Vertiefungsmöglichkeiten in den Bereichen Physische Geographie, Stadt- und Bevölkerungsgeographie und Wirtschaftsgeographie (v.a. im B.Sc.). Eine Bachelorarbeit schließt das Studium im 6. Semester ab.

Aufbau des Masterstudiums

Im Masterstudium werden die im Bachelor-Studiengang gewonnenen Kenntnisse vertieft. Es gibt in den Masterstudiengängen Angewandte Geographie bzw. Wirtschaftsgeographie mehrere Vertiefungsmöglichkeiten. Je nach Wahl der Geographiemodule, des Nebenfaches sowie der Ergänzungsmodule aus anderen RWTH-spezifischen Fächern können die Studierenden ein individuelles berufsorientiertes Studienprofil bilden. Im Masterstudiengang Angewandte Geographie bestehen mehrere Spezialisierungsmöglichkeiten. Aufbauend auf den Wahlpflichtmodulen
  • Angewandte Stadtgeographie,
  • Angewandte Landschaftssystemanalyse,
  • Angewandte Klimatologie und Modellierung,
  • sowie einem wirtschaftsgeographischen Modul
  • und verpflichtenden Methoden- und Exkursionsmodulen
dienen insgesamt 9 Nebenfächer und ein Wahlangebot von 12 Modulen der Spezialisierung. Vorgesehen ist ein Angebot aus folgenden Bereichen: Biologie, Umweltwissenschaften, Umweltmanagement, Spezielle Geoökologie, Hydro- und Umweltchemie, Angewandte Ressourcen- und Umweltgeologie, Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften, Stadtbauwesen und Stadtverkehr, Stadtplanung, Siedlungswasserwirtschaft, Management von Altlasten, Rohstoffversorgung von Industrieländern, Fernerkundung, Flächenklassifikation und -management, Informatik. Im Masterstudiengang Wirtschaftsgeographie bestehen mehrere Spezialisierungsmöglichkeiten, aufbauend auf den folgenden Wahlpflichtmodulen:
  • Industrie und Innovation
  • Handel, Finanzen, Immobilien, Kommunikation
  • Logistik und Verkehr
  • sowie einem Modul der Angewandte Geographie
  • und verpflichtenden Methoden- und Exkursionsmodulen.
Vorgesehene Nebenfächer sind: Abfallwirtschaft und Umwelttechnik, Rohstoffversorgung von Industrieländern, Informatik, Verkehrswesen, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte, Stadtbauwesen und Stadtverkehr II, Siedlungswasserwirtschaft. Wahlpflichtmodule: Angewandte Geographie, Technologie und räumliche Entwicklung, Telekommunikative Dienste, Wirtschaft-Technik-Planung im Verkehr, Logistik, Volkswirtschaftlehre und Wirtschaftsgeschichte, Verwaltungsrecht, Wirtschaftsförderung, Grenzüberschreitende Beziehungen sowie Flächenrecycling und Flächenmanagement. In beiden Masterstudiengängen müssen ein studienbegleitendes Berufspraktikum absolviert und im letzten Semester eine Masterarbeit angefertigt werden.

Auslandstudienangebote

Die neuen Studienstrukturen sind mit internationalen B.Sc.-/B.A.- und M.Sc.-Studiengängen kompatibel. Aufgrund des Kreditpunktesystems sind auch die erbrachten Studienleistungen international übertragbar, so dass ein Teil des Studiums im Ausland absolviert werden kann. Darüber hinaus können die Studierenden die zahlreichen wissenschaftlichen Kontakte der Hochschullehrer zu ausländischen Kollegen nutzen, um eine geeignete Gasthochschule im Ausland zu finden. Erasmus-Partnerschaften zu anderen europäischen Hochschulen werden ebenfalls zur Verfügung stehen.

Berufsfelder

Aufgrund des stark auf Anwendungsaspekte ausgerichteten Studiums bestehen Berufsperspektiven in einer Vielzahl von Berufsfeldern. Absolventen sind in folgenden Bereichen im In- und Ausland tätig:
  • in Unternehmen der privaten Wirtschaft: Standortmanagement, Marketing, koordinierende Verwaltung, PR-Tätigkeiten, Controlling, Consulting, Lektoratsaufgaben, IT-Management, Medienunternehmen, Umweltschutz/-beratung, Telekommunikation, Citymanagement, Immobilienwirtschaft, Finanzdienstleistungen, Verkehrsmanagement, grenzüberschreitende Koordination, EU-orientierte Beratungsaufgaben, Tourismus und Freizeitwirtschaft.
  • in der öffentlichen Verwaltung: Raum-/Stadtplanung, Regionalentwicklung/-management, Umweltmanagement, Naturschutzplanung, Quartiers-/Citymanagement, Wirtschaftsförderung, GIS-gestützte Planungs- und Koordinierungstätigkeiten, Entwicklungszusammenarbeit, internationale Behörden.
  • selbstständige Erwerbstätigkeit: Die berufliche Qualifikation bietet Einstiegsmöglichkeiten eigenverantwortlicher unternehmerischer Tätigkeit z.B. in Beratungsbüros oder bei Serviceunternehmen als externe Dienstleister für die unter a) und b) aufgeführten Berufsfelder.
jeweiligen Studienganges zugeordnet. Sie beschreiben das Arbeitspensum, das die Studierenden erbringen sollen, damit ihnen die erfolgreiche Teilnahme an der betreffenden Veranstaltung bescheinigt werden kann. Das ECTS wurde von der Kommission der Europäischen Gemeinschaften entwickelt und ermöglicht die Erfassung der Studienergebnisse und ihre Übertragung von einer Institution zur anderen. Dies ist vor allem wichtig für die Anrechnung von Studienleistungen bei einem Auslandsstudium.